Heilkraft & Genuss für ein kräftiges Herz
Wer jetzt im Herbst an sonnigen Böschungen vorbeigeht, sieht schon von Weitem die dunkelroten Früchte des Weißdornes. Der robuste Strauch, wächst gerne in Hecken mit Schlehe, Hartriegel oder Schneeball. Man unterscheidet zwei Arten: den eingriffeligen Weißdorn, der eher in raueren Lagen wächst und Früchte mit nur einem Kern trägt, sowie den zweigriffeligen Weißdorn, der die Wärme liebt und Früchte mit mehreren Kernen bildet. Beide Arten zeigen uns im Frühjahr ein weißes Blütenmeer und im Herbst kleine, etwa fingernagelgroße rote Früchte, die an winzige Äpfelchen erinnern.
Er gilt seit Jahrhunderten als Heilpflanze für Herz und Seele. Schon in der Volksheilkunde wurde er genutzt, um Herzschwäche, Nervosität und Schlafstörungen zu lindern. Moderne Forschungen bestätigen diese Wirkung. Er verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße, kräftigt den Herzmuskel und kann den Kreislauf regulieren. Er wirkt angstlösend, nervenstärkend und fördert einen erholsamen Schlaf. Darüber hinaus verbessert er die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels, stärkt die Gefäßelastizität und unterstützt das Herz dabei, effizienter zu arbeiten. So gilt der Weißdorn heute als bewährtes, sanftes Heilmittel für die Herzgesundheit. Wer im Frühjahr bereits eine Tinktur aus den jungen Blättern und Blüten angesetzt hat, kann diese mit den reifen Früchten ergänzen. So erhält man ein besonders kraftvolles Heilmittel. Weißdorn wird, unter dem Namen "Crataegus", homöopathisch angewendet.
Fruchtige Genuss für’s Herz
Die Weißdornfrüchte sind nicht nur eine wertvolle Heilpflanze, sondern schmecken auch gut. Sie können in der Küche vielseitig verwendet werden. Roh haben sie einen eher mehligen Geschmack, doch gekocht entfalten sie ein angenehm mild-säuerliches Aroma. Weißdornmarmelade, Gelees, Fruchtmus oder Chutney, oft in Kombination mit Äpfeln oder Hagebutten sind eine wahre Gaumenfreude. Auch Liköre und Sirup lassen sich aus den Beeren zubereiten. Für einen aromatischen Herzlikör füllt man gewaschenen Früchte locker in eine Flasche, übergießt sie mit Korn oder Wodka und süßt sie mit etwas Honig oder Kandiszucker. Gut verschlossen etwa sechs Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen, gelegentlich schütteln, dann abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Der Likör schmeckt fruchtig-mild, und bringt zugleich die herzstärkenden Eigenschaften des Weißdorns zur Geltung. Wenn man eine Handvoll getrocknete Beeren mörsert und dazugibt, entsteht ein Vanillearoma.

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